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Thema

Mord & Terror

Chronologie aller vorbereiteten und ausgeführten Terroranschläge sowie Morde von Flüchtlingen

#20 Oberursel (Taunus) | 29.04.2015
Das Ehepaar Halil Ibrahim D. (m35, türkischer Pass) und Senay D. (w34) wird wegen geplanten Terroranschlags, mutmaßlich auf den Radklassiker „Rund um den Finanzplatz Eschborn-Frankfurt“, verhaftet. Bei der Wohnungsdurchsuchung fand die Polizei eine fertig gebaute Rohrbombe nebst Utensilien, die für die Zündung einer Bombe verwendet werden können. Weiter wurden ein Sturmgewehr und scharfe Munition sichergestellt sowie „Schriften mit Bezug zum konservativen Islam“. Sie waren ins Visier der Sicherheitsbehörden geraten, nachdem sie Ende März in einem Frankfurter Baumarkt eine ungewöhnlich große Menge Wasserstoffperoxid und Spiritus gekauft hatten. Dabei gaben sie einen falschen Namen an. Der Mann war dabei beobachtet worden, wie er ein Waldstück in der Nähe von Oberursel erkundete – just in einer Gegend, durch die am 1. Mai ein Radrennen führen soll. Daraufhin erfolgte der Zugriff der Polizei. „Sie war komplett verhüllt. Sogar Handschuhe hat sie getragen“, zitiert die Zeitung eine Nachbarin, die im gegenüberliegenden Apartment wohnt. Halil D. bezog Hartz4 und war nebenbei im Autohandel tätig, was offenbar ganz einträglich war; in einer Tüte wurden rund 23.000 Euro gefunden. Halil D. wird im Januar 2018 freigesprochen! Das Gericht ist der Meinung, dass er keinen Anschlag geplant hatte und diesen ausführen wollte: weder mit der fertigen Bombe, noch mit dem einsatzbereiten Sturmgewehr. Den Sprengsatz bezeichneten seine Anwälte als eine Art "Bastelei aus Jugendzeiten". Somit wird er nur wegen des Ver­sto­ßes gegen das Waf­fen- und Spreng­stoff­ge­setz sowie Ur­kun­den­fäl­schung ver­ur­teilt. Wegen Be­lei­di­gung eines Jus­tiz­an­ge­stell­ten kam D. in die Psych­ia­trie. Doch ein Gut­ach­ten konn­te keine Er­kran­kung fest­stel­len. In seiner Haft sperrte er sich gegen Gespräche zur Deradikalisierung.
Täter
35
34
 
Täternationalität
2x TR
#6 Köln | 14.04.2015
Zwei türkischstämmige junge Männer (Firat M. & Erkan F. 22,21) liefern sich ein Autorennen. Einer verliert die Kontrolle über sein Fahrzeug, überfährt die 19-jährige Studentin Miriam S., die vier Tage später im Krankenhaus verstirbt. Beide Täter erhalten lediglich Bewährungsstrafen, 3,6 Jahre Fahrverbot und 150 Stunden gemeinnützige Arbeit als Strafe. Firat M. hat noch am Tatort die Polizisten angewiesen, vorsichtig mit der Sprühkreide zu sein, damit seine Felgen nicht beschädigt werden, sie hätten immerhin 3000 EUR gekostet. Der Bundesgerichtshof hob diese Entscheidung im Juni 2017 auf. Sie hätten gewusst, dass sie gegen viele Verkehrsregeln verstoßen, so Presserichterin Weinland: Das Landgericht habe nicht in den Blick genommen, "dass durch die ganz aggressive Fahrweise der beiden Angeklagten bewusst eine Gefahr herbeigeführt wurde. Und diese Gefahr hat sich ja dann auch in dem Tod der jungen Frau realisiert." Die Bedrohung des Rechtsfriedens, durch die als zu mild empfundenen Urteile, ist von den Richtern ganz klar erkannt worden. Sie werden im März 2018 zu Haftstrafen von 21 und 24 Monaten, ohne Bewährung verurteilt. „Zeigen Sie, dass ihre Reue kein Lippenbekenntnis ist, akzeptieren Sie das Urteil, sorgen sie dafür, dass Sie und die Familie S. abschließen können.“ Der Richter betonte, dass die beiden gute Chancen hätten, in den offenen Vollzug zu kommen, weil sie Ersttäter seien. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Opfer
19
 
Täter
22
21
 
Täternationalität
2x TR
Zeugen gesucht